Kunstführer Limburg/ Lahn

Buchvorstellung - 02.08.2012

Christoph Waldecker
Limburg an der Lahn
Großer Kunstführer; Bd. 251

Regensburg: Verlag Schnell & Steiner in Kooperation mit dem Verlag des Bischöflichen Ordinariates Limburg. 2010
48 Seiten 44 Fotos, 1 Karte 9,90 €
ISBN 978-3-7954-2332-2

In der Reihe seiner Großen Kunstführer legt der Verlag Schnell & Steiner in Kooperation mit dem Verlag des Bischöflichen Ordinariates Limburg den von Christoph Waldecker erarbeiteten geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Stadt Limburg an der Lahn vor.
 

Anlass für dieses Buch ist die am 10. Februar 910, also vor 1100 Jahren, erstmals erfolgte Erwähnung der Stadt in einer (noch vorhandenen) in Frankfurt ausgestellten Schenkungsurkunde, in der König Ludwig das Kind (901-911) dem Niederlahngauer Gaugrafen Konrad Kurzbold aus dem Hause der Konradiner einen Herrenhof in Oberbrechen schenkt, damit er auf „dem Berge namens Lintburk im Lahngau“ eine Kirchen errichten könne.

Ausgehend von diesem Ereignis verfolgt der Autor in sieben Zeitschritten die geschichtliche Entwicklung der Stadt bis in die Gegenwart: Vor- und Frühgeschichte; Die Entwicklung Limburgs vom 10. bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts; Limburg unter der Herrschaft der Isenburger (1219-1406); Limburg in Kurtrier (1406-1802/3), Limburg im Herzogtum Nassau (1806-1866); Die preußische Stadt Limburg (1866-1945); Limburg seit 1945.
Jeder dieser Abschnitte umfasst nicht allein eine Aufzählung geschichtlicher Ereignisse, sondern ist illustriert mit ausgezeichneten Farbfotos derjenigen öffentlichen und privaten Bauten, die in der jeweiligen Epoche entstanden sind. Jedes Foto ist dabei in einer kurzen Bildunterschrift erläutert, wird darüber hinaus in die einzelnen Zeitabschnitte innerhalb des Textes hineingestellt und ihnen zugeordnet. So werden die wichtigsten Gebäude – neben dem Dom und anderen Kirchen und Klöstern vor allem auch Wohnhäuser – aus ihrer zeitgenössischen Bauform heraus lebendig und erzählen ein interessantes Stück Limburger Stadtgeschichte.
Man sollte diesen Band, der seinen Schwerpunkt in der Altstadt und ihrer Architektur hat, einfach in die Hand nehmen und mit ihm einen Spaziergang durch die Stadt Limburg machen. Die auf der Innenseite des rückwärtigen Deckblatts dazu gelieferte Karte kann, nimmt man etwa den Dom als Ausgangspunkt, eine gute Hilfe sein.
Parallel zum Erscheinen der Stadtgeschichte hat Matthias Th. Kloft den Kleinen Kunstführer über den das Bild der Stadt beherrschenden Limburger Dom einer eingehenden Überarbeitung unterzogen. Ausgehend von der Lage der Kirche, ihren Gründern und Stiftern, ihrer Entstehung führt er den Betrachter durch das Innere dieses imposanten Bauwerkes, das um 1190 seinen Ursprung hat. Der Besucher lernt dabei nicht allein die ins Auge springenden Kunstwerke wie das Grabmal Konrad Kurzbolds, den figurenreichen Taufstein (beide aus dem Anfang des 13. Jh.), die unterschiedlichen Zeitepochen entstammenden Wandmalereien in detaillierter Erläuterung kennen und verstehen, sondern wird auch auf versteckte oder unauffällig angebrachte Gemälde, Heiligendarstellungen, Grabmale oder baulich interessante Gegebenheiten hingewiesen. Aufschlussreich und wichtig ist dabei immer wieder die Einordnung in die Geschichte des Domes ausgehend von der ursprünglichen Stifts-und Pfarrkirche hin zur jetzigen Bischofskirche, wobei der abschließende Abschnitt auch auf diese Kirche als Begräbnisort gesondert eingeht. Eine kurze Zeittafel am Schluss des handlichen Heftes ergänzt zusammenfassend das vorher Gesagte.
Ergänzend sei in diesem Zusammenhang noch einmal auf den ebenfalls von Matthias Th. Kloft erarbeiteten Schnell & Steiner Kunstführer Nr. 2665 Domschatz und Dommuseum Limburg an der Lahn (Regensburg 2008) hingewiesen (vgl. dazu Rezension in „Eulenfisch Literatur“ Nr. 1/2009, S. 16).

Bernhard Merten


Diese Rezension umfasst auch die Besprechung der folgenden Publikation:

Matthias Th. Kloft
Limburg an der Lahn. Der Dom
Kunstdenkmäler im Bistum Limburg; Bd. 1

Regensburg: Verlag Schnell & Steiner in Kooperation mit dem Verlag des Bischöflichen Ordinariates Limburg. 16., neu bearb. Auflage 2010
31 Seiten, ill. mit zahlr. Farbfotos 3,00 €
ISBN 978-3-7954-4365-8

Quelle: Eulenfisch Literatur 4 (2011), Heft 2, S. 36f.