Kritische Annäherung ans Christsein
Buchvorstellung - 21.02.2011
Klaus Müller
Dem Glauben nachdenken
Eine kritische Annäherung ans Christsein in zehn Kapiteln
Münster: Aschendorff 2010
284 Seiten, €24,80
ISBN 978-3-402-12835-0
Klaus Müller plädiert für „Nachdenken in erster Person“ (80) – und er tut es: Seine kritische Annäherung ans Christsein beginnt mit einem Gang durch die Bibel, setzt sich im Durchmessen des Glaubensbekenntnisses fort und führt geradewegs ins Zusammenspiel von Glauben und Denken, das der Autor dann in unterschiedlich langen Kapiteln zu Atheismus, Kirche, Werten, Subjektwerdung, Geschichtlichkeit des Glaubens und Religionen weiter ausfaltet. Für Klischees hat Müller nicht viel übrig (128), sehr wohl aber für Ironie: Er widmet ihr als „notwendigem Formprinzip modernetauglichen Glaubens“ (153) ein ganzes Kapitel.
Biblische Bezüge sind in der Argumentation Müllers tragend. Eine biblisch fundierte „Kultur des Erzählens von Gottesgeschichten“ (198) ermöglicht es, die Gottesfrage lebendig zu erhalten gegen ihren „Zerfall“ im „religiösen Analphabetismus unserer angeblichen Wissenskultur“ (166). Glaubwürdigkeit von Christinnen und Christen bemisst sich zudem und nicht zuletzt an Gründen (1 Petr 3,15), und „Gründe haben mit Denken zu tun“ (164). Der Prediger, Philosoph und Theologe Müller stellt die Frage, „wie viel wir denn eigentlich geistig in unseren Glauben investieren“ (132), und steht mit seinem Buch für das lebhafte Abenteuer des Gottsuchens und Gottdenkens ein.
Elisabeth Pernkopf (2011)
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Katholisches Bibelwerk e.V. Stuttgart