Eine poetisch erzählte Entwicklungsgeschichte

Buchvorstellung - 08.06.2009

Paula Fox
Ein Bild von Ivan

Köln: Boje Verlag GmbH 2007
122 Seiten € 11,90
ISBN 3-414-82059-4

Ivan ist ein einsames Kind. An seine verstorbene Mutter kann er sich nicht erinnern, und von seinem kühlen, viel beschäftigten Vater erfährt er wenig Liebe. Mit Matt, einem Maler, bei dem der Vater ein Portrait Ivans in Auftrag gibt, und der skurrilen Miss Manderby, eröffnet sich für Ivan die Welt der Kunst und Literatur.

Den beiden Lebenskünstlern vertraut er das Wenige an, was man ihm von seiner verstorbenen Mutter erzählt hat – noch nicht einmal ein Foto kennt er von ihr. Aus den Erzählungen des Jungen lässt Matt in den Sitzungen noch ein zweites Bild entstehen: Es ist eine Szene, die die Flucht von Ivans Mutter aus Russland zeigt. Miss Manderby und der Maler nehmen Ivan schließlich mit auf eine Reise nach Florida. Hier lernt er das Mädchen Geneva kennen und verlebt mit ihr wunderbare Ferien, voller Wärme und Freude. Gestärkt kehrt er nach Hause zu seinem Vater zurück, der ihm endlich ein Foto seiner Mutter zeigt. Doch Ivan spürt: „… bevor ich wusste, wie sie aussieht, hatte ich sie besser in Erinnerung.“

Ivan setzt sich mit seiner Vergangenheit auseinander, wobei ihm vor allem der Maler hilft, in die Tiefe zu schauen. Diese Selbstbestimmung verwandelt den scheuen, überaus förmlichen Jungen zu einem offenen, bindungsfähigen Menschen, der seinen eigenen Weg geht, Lust auf Neues hat und sich jetzt auch traut, seinen Vater nach seiner Mutter zu fragen. Eine poetisch erzählte Entwicklungsgeschichte.

Dieses Buch wird von der Jury des „Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2008“ besonders empfohlen.


Quelle: Deutsche Bischofskonferenz, Arbeitshilfe 225 (2008), S. 12.