Wolfgang Beck/ Christian Hennecke
Think about
Das Sakrament der Buße mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen neu entdecken
München: Don Bosco Verlag 2008
84 Seiten
ISBN 978-3-7698-1652-5
Die Pastoral beklagt schon längere Zeit die „Krise des Bußsakramentes“. Für die Abkehr vieler Katholiken von diesem Sakrament mag es Gründe geben, doch ist es um die Sache von Schuld und Umkehr damit noch nicht getan. Wir Menschen brauchen gerade dafür Hilfen und rituelle Vollzüge. Daher geht es kirchlicherseits darum, allen Altersgruppen „den positiven, frohmachenden und befreienden Charakter der persönlichen Beichte zu erschließen“, so der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle in seinem Vorwort.
Und es geht hier wirklich um neue Wege, da viele Gemeinden „an einem Nullpunkt“ stehen, „der einen Neustart ermöglichen könnte“ (8). Die beiden Autoren werben in diesem ermutigenden Buch für einen kreativen Umgang mit dem Sakrament der Versöhnung, „ohne sich dabei in nichtsakramentale Formen zu flüchten“ (9). Da es letztlich um Heil und Freiheit geht, soll den Menschen zuvorderst das Positive daran erfahrbar gemacht werden – und darin sind die Adressaten „auch mit ihren negativen Lebenserfahrungen ernst zu nehmen“ (37). Keinesfalls dürfe dieses Sakrament, etwa in der Firmvorbereitung, „erzwungen“ werden. Die vergebende Nähe Gottes ist ein Angebot – und nur so findet das Sakrament seinen Sinn. Die drei ausführlich beschriebenen Modelle nehmen die Metapher des Weges ganz wörtlich, denn alle drehen sich um einer Wanderung bzw. einen kleinen Pilgerweg, um einen derzeitigen (aber urchristlichen) spirituellen Trend sinnvoll zu integrieren. Jedes Modell entstammt der pastoralen Praxis mit den genannten Altersstufen, wurde weiterentwickelt und lädt nun zur Nachahmung ein. Das verdient das Konzept ohne Abstriche.
Reiner Jungnitsc
Quelle: Eulenfisch Literatur 1 (2008), Heft 1, S. 35. [Literaturbeilage von Eulenfisch. Limburger Magazin für Religion und Bildung]