Breuers, Straub: Die Bibel. Ganz einfach für mich erzählt

Buchvorstellung - 08.05.2025

Breuers und Straub, die aus der Heilpädagogik kommen, veröffentlichen eine neue Bibel mit ansprechenden Bildern in einfacher Sprache.

Christoph Breuers, Jochen Straub:

Die Bibel

Ganz einfach für mich erzählt

Kevelaer (Butzon und Bercker) 2025

ISBN 978-3-7666-3757-4

174 Seiten mit farbigen Abbildungen

25,00 €

 

Christoph Breuers und Jochen Straub sind im Bistum Limburg für die Arbeit mit behinderten Menschen zuständig. Als Zielgruppe für ihre Bibel stellen sie sich kleine Kinder vor, aus deren Perspektive sich das Nachwort an die Eltern und die anderen Betreuer wendet: „Ich möchte Gott verstehen. Dazu brauche ich Anregungen,“ die das Buch in einer kindgerechten Sprache geben will. Dann können „Menschen, die sich zu mir setzen“ den Kindern vorlesen und mit ihnen zusammen die Geschichten erleben.

Die Bilder zum Buch sind klar, auf das Wesentliche konzentriert und geschmackvoll gemalt. Die Texte enthalten nur kurze Hauptsätze. Sätze mit mehr als sechs Wörtern sind seltene Ausnahme.  So gesehen kann man von einer einfachen Sprache ausgehen. Aber wenn die ganze Bibel in einer solchen kleinschrittigen Weise auf 174 Seiten zusammengedrängt wird, muss natürlich ausgewählt werden, welche Geschichten vorkommen und welche weggelassen werden, und welche Details erwähnt und erklärt oder eben übergangen werden.

Dabei ist mir einiges aufgefallen, was ich überzeugend finde, zum Beispiel dass der Schöpfungshymnus aus Genesis 1 mit Psalm 104 kombiniert wird, dass das Buch Ruth und das babylonische Exil nicht ausgelassen, sondern als Hintergrund einer Auswahl aus Texten aus den Prophetenbüchern erzählt werden.

Andere Details haben mich gestört:

  • Die Schöpfung wird so erzählt, als habe Gott an sieben Tagen die Welt erschaffen, am siebten Tag den Menschen – im Widerspruch zur Intention der Tora, in welcher der Ruhetag überragende Bedeutung hat.
  • Die Josefsgeschichte erklärt im Verlauf der Tora den Aufenthalt der Kinder Israels in Ägypten. Bei Breuers und Straub endet sie mit den Worten „Sie kehren froh nach Hause zurück.“
  • Die Autoren erzählen, dass Gott die „10 Gebote“ auf zwei Steintafeln schreiben lässt; aber die 10 Gebote selbst sind weggelassen. Logischer wäre gewesen, entweder allgemein von Geboten zu reden oder die 10 Gebote dann auch explizit zu benennen.
  • Unverständlich ist mir auch, warum die Taufe Jesu ausgelassen wird, im Zusammenhang der Pfingstgeschichte aber so selbstverständlich von der Taufe geredet wird, als wisse jedes Kind, was das ist.

Wer den Anspruch erhebt, den Kindern zu sagen: „So versteht Gott seine Worte,“ sollte nicht Dinge, die den biblischen Autoren wichtig waren, einfach anders erzählen. Wer eine Erstbegegnung mit der Bibel arrangieren und Lust auf lebenslange Beschäftigung damit erzeugen will, muss alles Verwirrende vermeiden. Das ist den Autoren leider nicht immer gelungen.