Für Königtum und Himmelreich – 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn

Nachrichten | 12.10.2009

Paderborn, 9. Oktober 2009 (pdp/lwl). Würdigung von Leben und Werk Bischof Meinwerks – das ist Anliegen der Sonderausstellung „Für Königtum und Himmelreich – 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn“, die am 23. Oktober 2009 im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und Museum in der Kaiserpfalz beginnt. Den beiden Veranstaltern, dem Erzbistum Paderborn und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), ist dabei ein Ziel besonders wichtig: als Ausstellungsbesucher möglichst viele Kinder und Jugendliche begrüßen zu können, die die spannende Epoche Bischof Meinwerks kennen lernen wollen. Zu diesem Zweck haben Pädagogen der beiden Museen ein vielfältiges museumspädagogisches Programm für Kinder und Jugendliche ab Klasse 3 auf die Beine gestellt.

„Die Bischöfe zur Zeit Meinwerks lernten sich meist schon früh in Domschulen kennen und bildeten später gut funktionierende Netzwerke“, sagte Professor Dr. Christoph Stiegemann, Leiter des Erzbischöflichen Diözesanmuseums. „Da lag es nahe, dass wir für eine Ausstellung, die diese Netzwerke thematisiert, auch mit Schulen zusammenarbeiten.“ Dies war vor allem bei der Entwicklung des museumspädagogischen Programms der Fall: Viele Lehrerinnen und Lehrer haben daran mitgewirkt, so dass die elf Angebote an die Lehrpläne der Fächer Religion, Kunst und Geschichte angepasst werden konnten.

Welche museumspädagogischen Angebote konkret zur Meinwerk-Ausstellung entwickelt wurden, beschrieb Dr. Martin Kroker, Leiter des Museums in der Kaiserpfalz. So nehme etwa eine Führung für die Klassenstufen 7 bis 10 vor allem die Bauten Bischof Meinwerks in den Blick. Der Rundgang führe die Schüler nicht nur zu den Exponaten der beiden Museen, sondern auch in die Stadt zu Baudenkmälern wie der Abdinghofkirche und der Bartholomäuskapelle, die im 11. Jahrhundert von Meinwerk begründet worden seien.

Museumspädagogische Angebote für Förderschulen

Besonderer Wert wurde im museumspädagogischen Programm auf spezielle Angebote für Förderschulen gelegt: Sie greifen jeweils ein Einzelthema der Ausstellung heraus und vertiefen es in einem praktischen Teil. Ein eigenes Programm gibt es auch für blinde und sehbehinderte Schüler: Mit ihren Sinnen können sie die mittelalterlichen Lebensumstände kennen lernen und den Kirchenraum bei einem Besuch der Bartholomäuskapelle erfahren. Zur Entwicklung dieses Angebotes arbeiteten die Museumspädagogen eng mit Lehrern der Paderborner Pauline-Schule, einer Förderschule des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) für Sehbehinderte und Blinde, zusammen. Auch die Paderborner Blindendruckerei wirkte mit: Sie stellte Einladungen zur Meinwerk-Ausstellung in der Blindenschrift Braille her, die nun an Schulen für Sehbehinderte und Blinde in Nordrhein-Westfalen versandt werden.

Ein Zahlenkampfspiel aus dem 11. Jahrhundert – von Schülern für das Diözesanmuseum neu entdeckt

Nicht nur Lehrer, sondern auch Schüler haben einen Beitrag zur Meinwerk-Ausstellung geleistet. Die Klasse 9c des Paderborner Gymnasiums Theodorianum hat gemeinsam mit ihrem Mathematik-Lehrer Lothar Anacker ein Spiel wieder belebt, das im 11. Jahrhundert, zur Zeit Meinwerks also, erfunden wurde. Dabei handelt es sich um das so genannte Zahlenkampfspiel, auch Rithmomachie genannt, das in den Domschulen gerne gespielt wurde. Ausgedacht hat es sich im Jahr 1030 der Würzburger Kleriker Asilo, um den beiden konkurrierenden Domschulen von Worms und Würzburg ein Instrument für die gelehrte Auseinandersetzung zu geben.

Die Schüler des Theodorianums haben die Regeln dieses Spiels neu erarbeitet. Besucher der Meinwerk-Ausstellung können es im Diözesanmuseum selbst ausprobieren: Wie beim Schach bewegen zwei Spieler auf einem Spielfeld ein Heer aus weißen und schwarzen Figuren aufeinander zu und versuchen die Steine der gegnerischen Mannschaft zu schlagen. Dabei ist Kopfrechnen gefragt: Ob ein Stein geschlagen werden kann, hängt auch von Addition und Multiplikation der auf den Steinen verzeichneten Zahlen ab.

Information und Anmeldung

Das museumspädagogische Programm kann beim Diözesanmuseum angefordert werden und steht auch im Internet unterwww.meinwerk-ausstellung.de zur Verfügung. Selbstverständlich werden auch für Erwachsene Führungen angeboten, die beim Erzbischöflichen Diözesanmuseum und Museum in der Kaiserpfalz gebucht werden können.

Die Programme sind für Schulklassen kostenlos, zu zahlen sind lediglich 4 Euro für den Eintritt in die Ausstellung. Für alle anderen kosten die Programme je nach Dauer zwischen 40 und 45 Euro.

Kontakt:

  • Erzbischöfliches Diözesanmuseum, Markt 17, 33098 Paderborn, Tel. (0 52 51) 1 25 1 400
  • Museum in der Kaiserpfalz, Am Ikenberg 2, 33098 Paderborn, Tel. (0 52 51) 10 51 10
  • Oder per E-Mail an: museum@meinwerk-ausstellung.de.

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(UN)

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