Bistum Limburg startet Kampagne gegen Kinderarmut

Nachrichten | 28.08.2009

Bischof eröffnet Kampagne in Wiesbaden - Internetauftritt und „Kinderpolitische Ratschläge“

LIMBURG / WIESBADEN. Jedes sechste Kind in Deutschland ist von Armut betroffen (UNICEF-Bericht 2008). Mit der Kampagne „Kinderarmut bekämpfen“ will das Bistum Limburg jetzt ein Zeichen gegen die Armut von Kindern setzen. Eine Woche vor dem offiziellen Auftakt am 2. September in Wiesbaden hat das Bistum im Internet (www.kinderarmutbekaempfen.de) Einzelheiten zur Kampagne präsentiert.

Der Internetauftritt bietet aktuelle Informationen und Materialien zur Kampagne – vom Hintergrundbericht bis zur Aktionspostkarte. Als zentrale Informationsplattform soll sie die Ziele der Initiative unterstützen: Die Hintergründe und Folgen von Kinderarmut aufzeigen sowie auf die Verantwortung von Kirche und Gesellschaft aufmerksam machen. „Als Christen haben wir eine besondere Verantwortung für das Wohl der Kinder. Jesus selbst hat sie in die Mitte gestellt und sie gesegnet“, schreibt Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst in einem Brief zur Kampagne. Der Bischof von Limburg hofft, „dass sich möglichst viele Gemeinden unseres Bistums an der Kampagne beteiligen, ein Zeichen der Solidarität setzen und viele kreative Ideen entwickeln, um Kinderarmut zu verringern.“

Bistum erarbeitet „Kinderpolitische Ratschläge“ bis Sommer 2010

Die Kampagne wird ein Jahr dauern. In dieser Zeit sind kirchliche Einrichtungen, wie Pfarrgemeinden und Verbände, eingeladen, Kinderarmut vor Ort aufzuspüren. Dabei sollen sie Ideen entwickeln, was gegen die Armut in ihrer unmittelbaren Umgebung getan werden kann – ob Kleiderbasar beim Pfarrfest, das kostenlose Mittagessen im Kindergarten oder eine organisierte Hausaufgabenbetreuung. Anschließend sollen die verschiedenen Projekte im Internetportal von „Kinderarmut bekämpfen“ zu finden sein. Unterstützt werden die Aktivitäten durch bistumsweite Aktionen zu einzelnen Anlässen im Kirchenjahr – wie Erntedank, St. Martin oder Weihnachten. Darüber hinaus sollen an zentralen Orten im Bistum Vorschläge zur Bekämpfung von Kinderarmut in der Politik vorgestellt und diskutiert werden. Die Ergebnisse dieser so genannten „Kinderpolitischen Ratschläge“ werden im Sommer 2010 zusammengefasst und den politischen Akteuren übermittelt.

Hintergrund:

Die Gruppe der Kinder und Jugendlichen ist in Deutschland am stärksten von Armut gefährdet – so der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Allein in Wiesbaden beziehen mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts (Stand: Juni 2006). Für sie betragen die Regelsatzleistungen des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV) 215 Euro (bis Fünfjährige), 251 Euro (Sechs- bis Dreizehnjährige) und 287 Euro (Vierzehn- bis Fünfundzwanzigjährige) pro Monat, was nach Überzeugung der Wohlfahrtsverbände zu niedrig ist.

Untersuchungen der Friedrich-Ebert-Stiftung haben zudem einen engen Zusammenhang von Kinderarmut und Gesundheitsgefährdung sowie von Kinderarmut und mangelnden Bildungschancen festgestellt. Angesichts des Wandels der Arbeitsgesellschaft zu einer Wissensgesellschaft wird es für Kinder aus armen Haushalten immer schwieriger, einen existenzsichernden Arbeitsplatz zu finden. Deshalb hat der Diözesansynodalrat des Bistums Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst empfohlen, eine Kampagne zum Thema „Kinderarmut bekämpfen“ zu initiieren. „Die steigende Kinderarmut in einem der reichsten Länder der Erde stellt einen Skandal dar. Wenn es uns nicht gelingt, die Armut unter Kindern und Jugendlichen wirksam zu bekämpfen, verspielen wir die Zukunft der kommenden Generation“, beschreibt Beatrix Schlausch, Präsidentin der Diözesanversammlung im Bistum Limburg, den Hintergrund der Initiative.

„Kinderarmut bekämpfen“ ist eine Kampagne des Bistums Limburg in Kooperation mit dem Diözesancaritasverband. Sie wird eröffnet am Mittwoch (2.9.) um 10.00 Uhr im Roncalli-Haus in Wiesbaden (Friedrichstr. 26-28). Weitere Informationen zur Kampagne gibt es auf www.kinderarmutbekaempfen.de und www.bistumlimburg.de

Weitere Informationen, Hintergrundberichte, Statistik: Deutscher Bildungsserver

Quelle: Bistum Limburg, Pressestelle

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(UN)
 

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