Absage an sogenannte neutrale Religionskunde in Bayern

Nachrichten | 21.11.2008

MÜNCHEN.- Die katholische Kirche in Bayern wird am konfessionellen schulischen Religionsunterricht festhalten. Dies erklärte der Leiter des von der Freisinger Bischofskonferenz getragenen Katholischen Schulkommissariates in Bayern, Prälat Erich Pfanzelt, am Dienstag, 18. November, bei einem Fachkongress zum „Religionsunterricht in offener Gesellschaft“ in München. Der Religionsunterricht leiste im Rahmen schulischer Bildung einen eigenständigen, von anderen Fächern nicht ersetzbaren Beitrag zur Welterschließung und Persönlichkeitsentwicklung und sei zugleich „ein Dienst der Kirche für die Humanität der Schule und der Gesellschaft".

Eine Absage erteilte Pfanzelt, der auch Schulreferent der Erzdiözese München und Freising ist, Bestrebungen, den konfessionellen Religionsunterricht durch eine angeblich neutrale Religionskunde zu ersetzen. Der Religionsunterricht rede weder dem Konfessionalismus das


Wort, noch verhindere er die Integration von Schülern in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft. Er wolle den Schülern helfen, sich frei zu entscheiden und einen eigenen Standpunkt in Glaubensfragen zu gewinnen. Die jungen Menschen sollten dialogfähig werden zur Begegnung mit den verschiedenen Konfessionen und Religionen, sowie in der Auseinandersetzung mit Menschen, die eine andere Weltanschauung haben oder nicht an Gott glauben.

Pfanzelt erklärte: „Religionsunterricht in ökumenischer Offenheit und Kooperation und in der Auseinandersetzung mit Andersdenkenden verhindert nicht, sondern stärkt die Toleranz und Integration von Schülerinnen und Schülern.“ Dieses Fach sei ein Dienst von Kirche und Staat an
heranwachsenden Menschen. Sie hätten ein Recht auf ihr Mündigwerden in der eigenen Religion. Dadurch würden sie befähigt zu verantwortlichem Denken, Urteilen und Handeln. Ziel eines Religionsunterrichtes, der auch das eigene Erleben von Religion durch Riten und Feiern, Gebet und Meditation, wie durch Begegnungen in Klöstern oder in caritativen Einrichtungen einschließe, sei es, ein „selbständiges und von der Vernunft her verantwortbares Urteil über Religion zu gewinnen“. Dies legitimiere den Religionsunterricht als Fach in der Schule. (Erzbistum München und Freising)
--

(UN)

Folgen Sie rpp-katholisch.de via     Facebook     Twitter     Newsletter