Lehrpersonen fühlen sich nicht genügend ausgebildet

Nachrichten | 25.06.2007

Charlotte Knobloch als Gesprächspartnerin in Schulen einladen

Charlotte Knobloch, seit einem Jahr Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, fordert, die Zeit des Nationalsozialismus in den Schulen wach zu halten. In einem Interview mit dem Münchner Merkur berichtet sie von ihren Gesprächen mit Lehrerinnen und Lehrern, die sich dazu nicht optimal ausgebildet fühlen. Eine Einladung von Zeitzeugen verspricht, auf die Schülerinnen und Schüler einen großen Eindruck zu machen, denn das persönliche Erleben spricht eine stärkere Sprache als Zahlen und Fakten allein.


In diesem Zusammenhang sieht sie die Einweihung der neuen Synogoge in München als wichtigen Schritt hin zur Normalität.

Auszug aus einem Interview, vollständig nachzulesen unter www.merkur-online.de:

 "Eine Aussage, für die Sie viel Kritik einstecken mussten, war, als Sie sagten, dass Sie sich nach einigen antisemitischen Vorfällen an die „Zeit nach 1933” erinnert fühlten.

Das habe ich nach dem Vorfall in der Schule in Parey gesagt. Dort wurde ein Schüler gezwungen, mit einem Schild um den Hals herumzulaufen, auf dem derselbe Satz („Ich bin am Ort das größte Schwein, ich lass mich nur mit Juden ein”, die Red.) stand, den man von einem Foto kennt, das nach inkraft treten der Nürnberger Gesetze 1935 aufgenommen wurde.

Was kann man dagegen unternehmen?

Ich spreche aus diesem Grund mit vielen Politikern, aber auch mit Lehrern. Letztere sagen mir oft, dass sie nicht wissen, wie sie die Zeit des Nationalsozialismus ihren Schülern vermitteln sollen, weil sie sich selbst nicht optimal ausgebildet fühlen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer hat im April eine Lehrerfortbildung zu diesem Thema angeordnet. Ich bin dort gewesen und habe auch diskutiert. Meine Erfahrungen zeigen, dass das Gespräch mit Zeitzeugen bei den Schülern großen Eindruck macht und ihnen viel bringt. Deshalb folge ich selbst auch gerne Einladungen an die Schulen - auch wenn mal provokative Fragen kommen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Zeit vor 1933 im Unterricht zu kurz kommt."

Basisinformationen zum Thema Judentum auf www.rpp-katholisch.de
 
Quellenangabe:
Interview Text: www.merkur-online.de
Bilder: Roland Halbe
 

 

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