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Wissenschaft und Religion

Nachrichten | 17.08.2021

Wissenschaft und Religion – stehen zwei zueinander in Spannung stehende Weltbilder dahinter? Eine Frage, die seit Jahrhunderten die Menschheit in allen Kulturen beschäftigt. Wie denken junge Menschen heute darüber? Welche Erfahrungen machen Lehrkräfte in ihren Unterrichtsklassen? Davon berichten Christina Kaubrügge und Matthias Rath. Beide unterrichten katholische Religion am St. Ursula-Gymnasium in Attendorn aber auch die Fächer Chemie, Physik und Biologie.

 

„Fragen erreichen uns eigentlich in allen Jahrgangsstufen. Aber in der Oberstufe – vor allem in der Q-Phase – interessiert das Thema stärker“, weiß Mathias Rath aus der Unterrichtspraxis, dass die Schülerinnen und Schüler den möglichen Konflikt „Naturwissenschaft versus Religion“ ehrlich behandelt haben möchten. Vor allem, so ergänzt Christina Kaubrügge, böte die kirchliche Schöpfungslehre immer wieder Angriffspunkte in der Oberstufe: „Die Aussagekraft der Schöpfungsberichte aus dem Buch Genesis kommt an ihre Grenzen. Wenn man aber in die Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern geht, hat man eine gute Grundlage, angebliche Widersprüche aufzugreifen und zu erklären.“ Die Schöpfungstheologie gehöre zu den Schlüsselstellen im Religionsunterricht, betont Rath: „Wenn die Hintergründe verstanden würden, wird sie auch akzeptiert.“

Schöpfungslehre im Fragefokus der Schülerinnen und Schüler

Die beiden Schöpfungsberichte im Buch Genesis (Gen 1 – 2,4a und Gen 2, 4b-25) sind unterschiedlich, ergänzen sich jedoch im Gesamtkontext. Während im ersten Kapitel in strenger Abfolge die aufeinander aufbauenden Schöpfungswerke aufgezählt werden, geht es im zweiten Kapitel vorrangig um den Menschen. „Auch Physik und Chemie haben nicht immer eine Erklärung für alles und kommen an ihre Grenzen. Manchmal stößt man auch hier auf etwas, was man wissenschaftlich nicht erklären kann“, so Christina Kaubrügge, und verweist als Beispiele auf die Quantenphysik und Astrophysik. Hier ließe sich dann ein Bogen zur Religion schlagen.

Grundlegende Fragen und Klimawandel

In der Biologie gehe es, so die beiden Attendorner Gymnasiallehrer, um das Leben – also der Existenz auf diesem Planeten mit der Frage „Woher kommt der Mensch?“. Aktuell natürlich auch mit der Sorge, wie geht es auf der Erde weiter, wenn der Klimawandel weiter um sich greift.

Mehr dazu auf katholische-schulen.de

Was Naturwissenschaft und Religion verbindet und wie die Diskussionen bei den Schülerinnen und Schülern ankommen, lesen Sie im kompletten Bericht auf unserem Partnerportal katholische-schulen.de.

Begleitend dazu: Michael Blume über Wissenschaft und Verschwörungsmythen

Mit den Zusammenhängen von Religion und Wissenschaft beschäftigt sich auch Michael Blume. Der promovierte Religionswissenschaftler ist Antisemitismusbeauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg. In seinem Podcast „Verschwörungsfragen“ geht er gängigen Verschwörungsmythen auf den Grund und beschäftigt sich mit ihren Hintergründen. In seiner Keynote im Rahmen der Konferenz WissKon21 bezieht er sich unter anderem auf die Rolle der Wissenschaft im Umgang mit dem Thema Verschwörungsmythen. Der Vortrag steht auf YouTube zur Verfügung. Weitere passende Informationen und Arbeitsmaterialien haben wir in unserem Schwerpunkt „Fake News, Hass, Verschwörungsmythen“ zusammengestellt.

(Ronald Pfaff – Erzbistum Paderborn / mam)

 

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