(Quelle: Gapminder)

So lebt die Welt

Nachrichten | 22.01.2019

Alle Menschen putzen ihre Zähne, aber nicht alle haben Zahnbürsten. Diese und viele weitere Erkenntnisse ermöglicht das Onlineprojekt „Dollar Street“. Rund 200 Haushalte aus 50 Ländern haben die Macher dafür fotografisch abgebildet und anhand ihres Einkommens geordnet. Die Bilder zeigen Alltagsgegenstände, Wohnungen und Wünsche. Das Tool offenbart Gemeinsamkeiten, weltweit.

Stellen Sie sich die Welt als Straße vor, heißt es auf der Website der schwedischen Gapminder Foundation. Alle Häuser sind nach ihrem Einkommen angeordnet: links die Armen, rechts die Reichen und alle anderen irgendwo dazwischen. Genau diese Idee hat Anna Rosling Rönnlund, Mitgründerin der in Stockholm ansässigen Stiftung, mit dem Datenvisualisierungstool „Dollar Street“ umgesetzt. Denn Statistiken über das durchschnittliche Einkommen und die Verteilung innerhalb der verschiedenen Länder gibt es viele. Die Schwierigkeit mit Zahlen, Daten und Fakten ist jedoch, dass sie sehr abstrakt sind. „Dollar Street“ übersetzt diese in Bilder von Familien, ihren Häusern und Wohnungen, ihren Sanitäranlagen, Küchen, Kühlschränken, Spielzeug, Haustieren und zeigt so, was das Einkommen für Menschen konkret in ihrem Alltag bedeutet.

 

© Gapminder

 

Alltags- und Lieblingsgegenstände weltweit

Das Projekt ist ein Versuch, Haushalte über Länder hinweg vergleichbar zu machen. Die Bilder und kurzen Texte zu den Familien, angeordnet nach ihrem monatlichen Einkommen, geben Einblicke in das Leben von Menschen weltweit. Und sie veranschaulichen, welchen Unterschied ein paar Dollar mehr oder weniger im Monat machen können. Darüber hinaus zeigen die Familiengeschichten aber auch, dass die Dinge, die wir lieben, nicht zwangsläufig materiell wertvoller werden, wenn das Einkommen steigt. Neben Handys, Fernsehern und Laptops zeigt die Rubrik „Most loved items“ zahlreiche Gegenstände von ideellem Wert: Fotos von Freunden und Familienangehörigen, Pflanzen, Bücher und Tiere. Das kostenlose Online-Angebot "Dollar Street" eignet sich für den Religionsunterricht unter anderem in den Bereichen "Gerechtigkeit", "Arbeit" und "Ethik". Die Website ist in englischer Sprache angelegt.

Gapminder Stiftung um Hans Rosling

Die Gapminder-Stiftung wurde 2005 von dem schwedischen Medizinprofessor Hans Rosling gemeinsam mit seinem Sohn Ola Rosling und seiner Schwiegertochter Anna Rosling Rönnlund gegründet. Neben Projekten wie „Dollar Street“ macht die Stiftung  auf ihrer Website eine kostenlose Software zugänglich, mit der sich Daten visualisieren lassen. Der 2017 verstorbene Hans Rosling war als „Superstar der Statistik“ für seine anschauliche Art bekannt, mit Zahlen die Welt zu erklären.

(mam)

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