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Allerheiligen, Allerseelen und Halloween

Schwerpunkt | 12.10.2021

Der November gilt in der Katholischen Kirche als "Totenmonat". An Allerheiligen und Allerseelen gedenken die Gläubigen ihren Verstorbenen. Dazu werden unter anderem die Gräber auf den Friedhöfen mit Lichtern geschmückt. Wir haben Unterrichtsmaterial, Ideen, Anregungen, Videos und Filmtipps zusammengestellt, die sich mit der tieferen Bedeutung der Feiertage beschäftigen.

 

Halloween und Allerheiligen

Über Sinn und Unsinn von Adaptionen amerikanischer Fest-Traditionen wie Halloween in unsere Breitengrade lässt sich freilich streiten. Doch Allerheiligen und Halloween haben mehr gemeinsam, als auf den ersten Blick anzunehmen. Beispielsweise weist schon der Begriff „Halloween“ auf den Zusammenhang der beiden Festtraditionen hin: Er stammt ursprünglich von „All Hallow´s Eve“ – der englischen Bezeichnung für den Abend vor Allerheiligen.

Auch der bekannte Halloween-Kürbis hat seine Wurzeln in einem Allerheiligen-Brauch aus dem katholischen Irland. Der Animationsfilm „Jack mit seiner Laterne“ erklärt diesen Ursprung auf kindgerechte Weise. Mit der dazugehörigen Arbeitshilfe des katholischen Filmwerks kann das Thema im Unterricht vertieft werden. Film und Arbeitshilfe eignen sich für den Einsatz in den Primarklassen und der Sekundarstufe I.

Der Unterrichtsentwurf für die 7. und 8. Jahrgangsstufe „Halloween zwischen Brauchtum und Verbrauchertum“ gibt Gelegenheit, einen kritischen Blick auf die Kommerzialisierung des Allerheiligen-Festes durch den aufkommenden Halloween-Brauch zu werfen. Auch hierbei gehen die Macher des Materials auf die Ursprünge und Zusammenhänge beider Feste näher ein.

Für die Klassen 8 und 10 bietet sich der Text „Mit Halloween die schwarze Angst besiegen“ an, der mit Hilfe von thematisch passenden Originalzitaten aus Emails zu einer Auseinandersetzung mit der „Verdrängung“ von Allerheiligen durch Halloween anregt.

Das Hintergrundmaterial aus dem Sonderheft „Feier-Tag Allerheiligen – Zwischen Kerze und Kommerz“ des Landschaftsverbandes Rheinland regt ebenso zu vergleichend-kritischen Betrachtungen des Themas an.

 

Allerseelen

Am Tag nach Allerheiligen wird traditionsgemäß mit Allerseelen der Verstorbenen gedacht. Darüber kann auch das weniger leichte Thema Tod und Trauer angegangen werden. Unsere Materialdatenbank enthält gesammelte Websites und Nachrichten mit einer Fülle an Informationen und Material dazu, sowie zum Thema Sterben, aber beispielsweise auch für eine Auseinandersetzung mit Bestattungsriten und -trends.

Anlässlich der ARD-Themenwoche "Leben mit dem Tod" im Jahr 2012 hat die "Aktion Schulstunde" Unterrichtsmaterialien zu den Themenblöcken "Das Sterben", "Der Tod" und "Das Danach" erarbeitet. Zu jedem der drei Teilbereiche gibt es ein Animationsvideo, in dem der kleine Philosoph Knietzsche in das jeweilige Thema einführt. Diese stehen auch zum Download zur Verfügung. Darüber hinaus behandelt das Unterrichtsmaterial unter anderem die Themen Totengedenken und Erinnerungstage im November, Jenseitsvorstellungen in älteren Zeiten und in den Weltreligionen, Lebenserwartungen von Tieren und Pflanzen, Informationen über Leben und Sterben in einem Hospiz und verschiedene Bestattungsriten.

 

Ein neuer Blickwinkel: "Dia de los muertos" in Mexiko

 

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In Mexiko erinnern sich die Menschen einmal im Jahr auf eine ganz besondere Art an ihre Toten, nämlich mit der Feier des sogenannten „Dia de los muertos“. Während der Totenmonat November in Deutschland eher von Ruhe und Trauer geprägt ist, steht in dem lateinamerikanischen Land vielmehr die Freude über das Wiedersehen mit verstorbenen Freunden und Verwandten im Mittelpunkt. Die Mexikaner glauben nämlich, dass die Toten jedes Jahr um Allerheiligen ihre lebenden Angehörigen besuchen. Aus diesem Grund schmücken die Menschen die Gräber der Verstorbenen und feiern mit ihnen gemeinsam. Weitere Informationen zum „Dia de los muertos“ finden Sie zum Beispiel auf katholisch.de oder im SWR-Kindernetz. Darüber hinaus gibt dieser animierte Kurzfilm auf Youtube einen spielerischen Einblick in die mexikanische Tradition.

Auch Disneys Kreativschmiede Pixar hat das Thema bereits in einem Animationsfilm aufgegriffen. In „Coco – Lebendiger als das Leben“ gerät ein zwölfjähriger Mexikaner kurz vor den Feierlichkeiten zum „Dia de los muertos“ versehentlich ins Land der Toten. Um zurückzukehren, muss er seinen verstorbenen Verwandten versprechen, nicht länger Musiker werden zu wollen, dabei bedeutet die Musik dem Jungen alles. In farbenprächtigen Bildern erzählt der mit viel Liebe zum Detail inszenierte Animationsfilm von der Kraft der Erinnerungen, die eine Familie erst zur Einheit formt – sehenswert ab 10 Jahren. In unserer Materialdatenbank gibt es eine ausführliche Rezension von filmdienst.de als pdf.

 

(mam)

 

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