(Quelle: Maria Steber / pba)

Missio in Augsburg verliehen

Nachrichten | 15.07.2021

Bischof Bertram Meier hat 87 neue Religionslehrerinnen und Religionslehrer dazu ermuntert, in ihrem zukünftigen Einsatzfeld der Schule Türen für den Glauben zu öffnen, dabei aber nicht mit der Tür ins Haus zu fallen. Bei einem feierlichen Pontifikalgottesdienst im Augsburger Dom erteilte er ihnen zusammen mit dem Leiter der Hauptabteilung „Schule“, Weihbischof Florian Wörner, die „Missio Canonica“ und entsandte sie damit in den kirchlichen Dienst als Religionslehrer.

 

In seiner Predigt erinnerte Bischof Meier die Pädagoginnen und Pädagogen an ihren wichtigen Dienst, den sie nicht nur im Klassenzimmer bei den Schülerinnen und Schülern einnähmen: „Junge Menschen darauf vorbereiten, dass sie Jesus eine Antwort geben können, darin sehe ich eine wesentliche Aufgabe der Religionslehrerinnen und Religionslehrer. In der Schule erreichen Sie Leute, die im Gemeindeleben längst nicht mehr da sind.“ Dies seien nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch Kolleginnen und Kollegen anderer Fachrichtungen sowie Angestellte im schulischen Umfeld. „Zeigen Sie sich bitte als Zeuge und als Mensch. Bringen Sie im Schulleben Ihre Erfahrungen und Einsichten ein“. Religion sei „keine trockene Materie, nichts Neutrales“, sondern ein Fach, das uns persönlich beanspruche, Zeuginnen und Zeugen brauche. Auch wenn im hektischen Schulbetrieb manchmal kein Raum bleibe für reflektierte Religion, „lassen Sie sich dadurch nicht frustrieren, sondern nerven Sie gerade dort, wo niemand mehr von Religion spricht“, rief der Augsburger Bischof den Junglehrern zu. „Ihre Sendung, die Missio Canonica, die Sie heute empfangen, lautet: Öffnen Sie für den Glauben Türen, aber fallen Sie mit der Tür nicht ins Haus!“

Bischof Meier: ReligionslehrerInnen sind Inspiratoren

Religionslehrerinnen und -lehrer seien „keine Inquisitoren, sondern Inspiratoren, damit das Leben gelingen kann in der Kraft des Heiligen Geistes“, erinnerte er die Frauen und Männern an ihre zukünftige Aufgabe im schulischen Dienst. Um auf Gottes Brief zu antworten brauche es weder gewaltige Worte noch gewichtige Gaben. „Es ist die Treue des manchmal klein(kariert)en Alltags, in der die Liebe sich bewährt und sich auf Großes vorbereitet“, sagte Bischof Meier und wandte sich mit einem konkreten Anliegen an die Lehrerinnen und Lehrer: „Mein Wunsch für Sie ist, dass Sie den Glauben in und mit der Kirche praktizieren. Dazu zählt auch die Mitfeier des Gottesdienstes an Sonn- und Feiertagen: weniger als Pflicht und vielmehr als Ehrensache für jemanden, der nicht nur auf dem Papier, sondern vor allem mit dem Herzen zu Jesus gehören will.“

„Briefe sind Geschenke“, hatte Bischof Bertram den Junglehrern zu Beginn seiner Predigt zugerufen und hatte ein solches am Ende selber für sie parat: An jedem Platz lag ein Kuvert mit einem Gebet, das der Bischof kurz vor seiner Priesterweihe selbst verfasst hatte.

Entsandte PädagogInnen unterrichten an kirchlichen und staatlichen Schulen

Als Zeichen ihrer kirchlichen Sendung überreichten Bischof Meier und Weihbischof Florian Wörner den Lehrern jeweils ein Exemplar der Bibel. Stimmungsvoll musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von einer Band unter der Leitung von Pater Norbert Becker.

Die „Missio Canonica“ wurde Lehrerinnen und Lehrern aus verschiedenen Schulgruppen erteilt: Vier der insgesamt 87 Junglehrerinnen und Jungelehrer wurden für den Religionsunterricht an kirchlichen Schulen beauftragt. Im kirchlichen oder staatlichen Dienst stehen sieben Kandidaten, die die Lehrerlaubnis für Berufliche Schulen erhielten. 76 Kandidaten wurde die „Missio Canonica“ für den Unterricht an staatlichen Schulen verliehen: 23 an Grundschulen, 19 an Mittelschulen, drei an Förderschulen, zehn an Realschulen und 12 an Gymnasien. Neun Lehrer/-innen haben die „Missio Canonica“ nachträglich erworben.

Missio Canonica: Die kirchliche Lehrerlaubnis

Um katholischen Religionsunterricht erteilen zu können, benötigen Lehrkräfte neben der staatlichen Lehrbefähigung eine Bevollmächtigung durch die Kirche. Auf Grund der Sonderstellung des Religionsunterrichts als „res mixta“ wird durch die kirchliche Sendung die gemeinsame Verantwortung von Kirche und Staat sichergestellt. Für die Dauer des Referendariates erhalten die Religionslehrerinnen und Religionslehrer aller Schulformen eine vorläufige kirchliche Unterrichtserlaubnis. Zuständig ist das Bistum, in dem die Universität liegt, an der das Studium abgeschlossen wurde. Nach bestandenem Zweiten Staatsexamen kann die Missio Canonica beantragt werden. Dafür legen die Lehrkräfte das Versprechen ab, ihren Unterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der katholischen Kirche zu erteilen.

(Pressestelle Bistum Augsburg / mam)

 

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