Analog und digital

(Quelle: Erzbistum Köln/Nele Harbeke)
Nachrichten - 09.10.2020

Die Pädagogische Woche des Erzbistums Köln stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der digitalen Transformationen im Bildungsbereich. „Die Zukunft gestaltet sich im Zusammenspiel von analog und digital“, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer in ihrem Eröffnungsvortrag am 5. Oktober in Köln. Durch die Corona-Pandemie fand die Veranstaltung mit verringerter Teilnehmerzahl unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln statt.

 

Das Motto der Pädagogischen Woche der Hauptabteilung Schule/Hochschule des Erzbistums Köln lautete „DIGI:Tales: Digitale Transformationen und religiöses Lernen“. Selten passe das Thema so gut wie in diesem Jahr, sagte Hauptabteilungsleiterin Bernadette Schwarz-Boenneke in ihrer Eröffnungsansprache am Montag, den 5. Oktober im Maternushaus in Köln. Die Corona-Pandemie habe den Vormarsch der Digitalisierung in die Schulen beschleunigt. Das gilt auch für die Katholischen Schulen. Wenige Wochen zuvor hatte das Erzbistum Köln die Lehrerinnen und Lehrer seiner insgesamt 33 Erzbischöflichen Schulen mit Tablet-PCs ausgestattet. In einem nächsten Schritt soll es Schulungen für die Lehrkräfte geben.

Digitale Transformationen in der Schule und religiöses Lernen

"Digitalisierung schafft mehr und andere Möglichkeiten der Interaktion, der Kollaboration und des Feedbacks zwischen Lernenden und mit Lehrenden und unterstützt damit die Selbstverantwortung und Eigentätigkeit der Schülerinnen und Schüler. Hier ereignen sich digitale Transformationen", betonte Schwarz-Boenneke. Gleichzeitig leiste religiöses Lernen in Schule und Unterricht einen wichtigen Beitrag für die Identitätsfindung und Orientierungssuche junger Menschen. "Religiöses Lernen befähigt, die verschwörerischen, bedrohlichen Fake News und HateSpeech kritisch zu unterscheiden von den förderlichen, zusprechenden DIGI:Tales, den authentischen Selbstaussagen junger Menschen und Hoffnungsbotschaften für die Welt", so die Hauptabteilungsleiterin. Gerade angesichts digitaler Transformationsprozesse sei religiöses Lernen systemrelevant.

Schulministerin Gebauer: „Digitalisierung kein Selbstzweck“

Im Anschluss erläuterte die nordrhein-westfälische Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) in ihrem Festvortrag die Chancen und von "Digitalität" in Krisenzeiten und im "Normalmodus". "Das Lehren und Lernen mit digitalen Medien hat in den letzten Monaten große Entwicklungsschritte vollzogen. Dabei ist die Digitalisierung kein Selbstzweck, es sollte stets ein lernförderliches, pädagogisches Konzept dahinterstehen“, sagte Gebauer. Es sei eine Aufgabe von Schule, die Schülerinnen und Schüler zu einem sicheren, kreativen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und den neuen Medien zu befähigen. Digitaler Unterricht biete viele neue Möglichkeiten, man müsse aber auch immer hinterfragen, welche Folgen die zunehmende Digitalisierung im Zusammenleben habe. "Durch die vergangenen Monate haben alle nochmal zu schätzen gelernt, was für ein hohes Gut die Schule und der Unterricht vor Ort ist, gerade auch für den sozialen Rückhalt", betonte die Ministerin.

Kardinal Woelki: Medien in richtiger Weise nutzen

Auch der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki wies in seiner Predigt während des Eröffnungsgottesdienstes darauf hin, dass es wichtig sei, neue Medien in richtiger Weise zu nutzen: "Die Medien sind zunächst einmal neutral. Erst durch ihren Inhalt und die damit verbundenen Ziele können sie gut oder schlecht werden." Im Internet fänden Schüler oft schlechte Lehrer, so der Erzbischof. Er gab den anwesenden Pädagogen den Rat, die Methoden von "Influencern" zu lernen und sie mit guten Inhalten zu füllen, um Werte zu vermitteln und das Evangelium zu lehren.

 

 

Seminare, Workshops und Vorträge rund um „DIGI:Tales“

Während der Fortbildungswoche vom 5. bis 9. Oktober konnten die Teilnehmenden Seminare und Workshops zu verschiedenen Aspekten rund um das Tagungsmotto „DIGI:Tales“ besuchen. Darin ging es unter anderem um die Chancen der Digitalisierung im Religionsunterricht, die Rolle von Schule im "Zeitalter zwischen Medienkompetenz und Medienmoral" und die Grundlagen des Basistools Moodle. Der Dienstag richtete sich speziell an Lehrerinnen und Lehrer an Katholischen Schulen.

Das Tagungsthema „DIGI:Tales und religiöses Lernen“ griff auch Viera Pirker in ihrem Vortrag am Donnerstagvormittag auf. Die promovierte Theologin gab den Pädagoginnen und Pädagogen Einblicke in die Kultur der „Digitalität“ und ihre Auswirkungen auf die Schule und das religiöse Lernen von Schülerinnen und Schülern. „Digitalisierung in der Schule heißt auch, die Methodik und Didaktik wird sich verändern“, sagte Pirker.

38. Pädagogische Woche unter Corona-Bedingungen

Die Pädagogische Woche ist laut Angaben des Erzbistums Köln die größte regelmäßige Fortbildungsveranstaltung für den katholischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen, normalerweise mit jährlich zwischen 800 und 1.000 Teilnehmenden. Durch die Corona-Pandemie konnten in diesem Jahr nur rund 550 Pädagogen die Veranstaltung vor Ort besuchen. Die Fortbildungswoche wird von der Hauptabteilung Schule/Hochschule des Erzbistums Köln in Kooperation mit dem Institut für Lehrerfortbildung (IfL) organisiert und findet in diesem Jahr zum 38. Mal statt.

(mam)

Bilder: Erzbistum Köln/Nele Harbeke

 

Ein Interview mit Christoph Westemeyer, Abteilungsleiter in der Hauptabteilung Schule und Hochschule im Erzbistum Köln, über Digitalisierung im Religionsunterricht und an den Katholischen Schulen des Erzbistums Köln finden Sie auf domradio.de.

 

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