Nie wieder Krieg!

(Quelle: WindyNight - stock.adobe.com)
Nachrichten - 10.09.2020

Der Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 wird seit 1957 als Antikriegstag begangen. Auch abseits dieses Tages passen Themen rund um Krieg, Frieden, Flucht und Widerstand in den Religionsunterricht. Wir haben analoges und digitales Unterrichtsmaterial zusammengestellt.

Richard Henkes, Nikolaus Groß und Franz Jägerstätter: Alle drei haben zu Lebzeiten gegen den Nationalsozialismus gekämpft und mussten dafür mit dem Leben bezahlen. Ihre Motivation für den Widerstand war der Glaube. In unserer Materialdatenbank gibt es einige Angebote, die sich mit ihrem Leben und Wirken auseinandersetzen.

Zeitstrahl und Unterrichtsmaterial

Kritische Aussagen von der Kanzel und sein Wirken als Geistlicher brachten Pater Richard Henkes mehrfach in die Schusslinie der Gestapo. Im April 1943 wurde der Pallottiner-Pater schließlich verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau deportiert, wo er 1945 an Typhus erkrankte uns starb. Eine Ausgabe des Limburger Magazins „Eulenfisch“ beschäftigt sich unter dem Titel „Widerstand und Demut“ mit dem 2019 seliggesprochenen Pater Richard Henkes. Die Herausgeber bieten einen Zeitstrahl zum Download an, der in Kombination mit zahlreichen Bildern die wichtigsten Stationen im Leben des Widerstandskämpfers darstellt. Kurze Texte geben Hintergrundinformationen und helfen, die jeweiligen Stationen einzuordnen. Das Material eignet sich für den Einsatz in den Sekundarstufen I und II.

Unterrichtsreihe für die Grundschule

Eine mehrstündige Unterrichtsreihe für die Grundschule beschäftigt sich mit der biblischen Figur des Hiob. An diesem Beispiel werden verschiedene Perspektiven auf die Themen Widerstand gegen Leid und Demut gegenüber Gott geworfen.  Die Geschichte von Hiob zeigt, wie Widerstandsfähigkeit als Teil religiöser Kompetenz begriffen werden kann. Das Material für die Unterrichtsreihe umfasst 12 Seiten mit konkreten Arbeitsaufträgen und methodischen Erläuterungen. Weitere (kostenpflichtige) Angebote gibt es auf der Website des Magazins Eulenfisch.

Hörspiel erzählt von Nikolaus Groß

Marschmusik, die von der Straße herüberweht, Wortfetzen einer Goebbels-Rede, die Gedanken von Nikolaus Groß beim Schreiben seiner Briefe aus der Gefängniszelle: Zum 75. Todestag des Widerstandskämpfers am 23. Januar 2020 hat das Bistum Essen ein Hörspiel veröffentlicht, das die Geschichte des 2001 seliggesprochenen christlichen Gewerkschaftsführers aus dem Ruhrgebiet veröffentlicht. Die Insgesamt 17 Folgen sind jeweils 10 bis 15 Minuten lang und können über die gängigen Plattformen wie YouTube oder auf unerschuetterlich.bistum-essen.de gestreamt werden.

Kinofilm „Ein verborgenes Leben“

Mit „Ein verborgenes Leben“ von Regisseur Terrence Malick ist Ende Januar die Geschichte von Franz Jägerstätter in die Kinos gekommen. Der österreichische Bauer verweigerte aus religiösen Gründen den Kriegsdienst und wurde daraufhin wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und hingerichtet. In unserer Materialdatenbank finden Sie zwei Beiträge der Filmdienst-Redaktion über den aktuellen Kinofilm. Sehenswert ist er ab 16 Jahren. Auch Religionspädagogin Viera Pirker hat sich mit dem Film „Ein verborgenes Leben“ und dem 2007 seliggesprochenen Jägerstätter auseinandergesetzt. Ihr Text ist auf dem Internetportal feinschwarz.net veröffentlicht.

Zeitzeuginnen des Nationalsozialismus

Die App „WDR AR 1933-1945“ projiziert Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges virtuell ins Klassenzimmer. Alles, was man braucht, ist ein Tablet oder Smartphone. Ist die App erst auf das Gerät geladen, kann der User in der Kategorie „Kriegskinder“ zwischen drei verschiedenen Geschichten wählen: Anne erlebte den Zweiten Weltkrieg in einem Kölner Bunker, Vera erzählt von der Luftschlacht um London und Emma überlebte die Blockade von Leningrad. Das Besondere dabei ist, dass die Person auf dem Bildschirm in die jeweilige Umgebung des Nutzers eingebettet zu sehen ist. Möglich macht das die sogenannte "Augmented Reality"-Technik (dt.: erweiterte Realität).

Neben den drei Zeitzeuginnenberichten stehen zwei weitere Kapitel zum Download bereit. In "Meine Freundin Anne Frank" lernen die Nutzerinnen und Nutzer das jüdische Mädchen Anne Frank durch die Berichte ihrer engsten Freundinnen kennen. Es geht um Freundschaft und Abschied. Im Kapitel "Mit 18 an die Front" berichten Willi Plätz und Jürgen Tegethoff von ihren Erlebnissen als junge Soldaten im Zweiten Weltkrieg.

Das Projekt steht im iOS-Store für Apple sowie im App-Store für Android-Geräte bereit und kann dort kostenlos heruntergeladen werden. Die Nutzung ist barrierefrei und auch für User konzipiert, die noch keine Kenntnisse im Bereich "Augmented Reality" haben. Begleitend dazu bietet der WDR ein Tutorial für die Nutzung der App im Unterricht sowie Arbeitsblätter von Planet Schule an.

Anne Frank als YouTuberin

In einer Webserie schlüpft eine Schauspielerin in die Rolle des im KZ getöteten Mädchens. Das Angebot des Anne-Frank-Haus in Amsterdam stellt die Gefühle, Gedanken und das Leben der Protagonistin während des Verstecks im Hinterhaus in den Mittelpunkt. Begleitend gibt es Erklärvideos und pädagogisches Material.

Insgesamt 15 Folgen umfasst das Video-Tagebuch, das auf YouTube veröffentlicht wird. Die Zuschauerinnen und Zuschauer folgen Anne vom 29. März 1944 an. Zu diesem Zeitpunkt ist sie 14 Jahre alt und lebt seit gut eineinhalb Jahren im ihrem Amsterdamer Versteck. Die Geschichte endet am 4. August 1944, dem Tag, als das Mädchen und die sieben anderen Menschen im Hinterhaus sowie zwei ihrer nichtjüdischen Helfer verhaftet wurden. In den verschiedenen Episoden der Webserie blickt Anne, gespielt von Schauspielerin Luna Cruz Perez, auch auf die Zeit vor ihrem Leben im Versteck zurück. Die Videos sind in niederländischer Sprache verfasst mit möglichen Untertiteln auf Deutsch, Englisch, Portugiesisch und Spanisch.

Zu sieben der fünfzehn Folgen des Tagebuchs wurden pädagogische Begleitvideos erstellt. Sie enthalten inhaltliche Erläuterungen und vertiefen den Inhalt der Videotagebücher. Zudem gibt es Unterrichtsmaterial für die Grundschule. Neben einem Arbeitsblatt mit Seh- und Nachdenkfragen umfasst das Angebot eine digitale Unterrichtseinheit über Anne Frank und das Hinterhaus.

Antisemitismus, Judenverfolgung und Holocaust - Evas Stories auf Instagram

Was, wenn ein Mädchen im Holocaust Instagram gehabt hätte? Dieser Frage nachgehend hat ein israelischer Regisseur das Tagebuch eines jungen Mädchens verfilmt, das 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Instagram Stories erzählen die Geschichte der 13-jährigen Eva Heymann aus Ungarn. Das Social Media-Projekt soll Jugendlichen den Holocaust näherbringen.

Die kurzen, im für Instagram typischen Hochkant-Format gefilmten Videos zeigen das Leben eines ganz normalen Teenagers. Mal filmt das Mädchen mit den dunkelbraunen Locken sich selbst, mal ihre Eltern, Großeltern und Freunde. Sie nimmt den Follower mit in die Schule, die Apotheke ihres Opas und zum Eis essen in den Park. Oft sind die Videos garniert mit Herzchen, Filtern und Emojis. Die insgesamt 70 kurzen Bildergeschichten zeigen das Schicksal Evas und ihrer Familie vom Einmarsch der Wehrmacht in Ungarn bis zur Deportation nach Auschwitz.

(mam)

Folgen Sie rpp-katholisch.de via     Facebook     Twitter     Newsletter