Missio in Trier und Hamburg

(Quelle: Pressestelle Bistum Trier)
Nachrichten - 14.05.2019

Im Bistum Trier und im Erzbistum Hamburg haben Männer und Frauen im Mai die Befähigung zum katholischen Religionsunterricht in Schulen erhalten. Bevor die Lehrerinnen und Lehrer ihren Schülern den Glauben greifbar machen könnten, müssten sie sich selbst von der Botschaft Jesu ergreifen lassen, betonte Bischof Stefan Ackermann bei der Verleihung der Missio canonica in der Trierer Liebfrauenbasilika am 11. Mai am 105 Pädagogen. In Hamburg wurden 24 Urkunden verliehen.

„Du hast Worte des ewigen Lebens“

„Alternativlos“ sei eines der Unworte der vergangenen Jahre gewesen, erinnerte Bischof Ackermann in seiner Predigt und betonte, dass dieses Wort so gar nicht zum Beruf des Pädagogen passe. Vielmehr gehe es in jedem Fach und besonders im katholischen Religionsunterricht darum, eigenes, selbstständiges Denken der Schüler herauszubilden und zu fördern und stets um Alternativen zu ringen. Jesus selber habe als Lehrer die Diskussion gefördert. Im Evangelium des Gottesdienstes „fordert er die Menschen heraus, indem er sie auf seine Person hin zentriert“, erklärte der Bischof. Einige hätten es nicht ertragen können, dass in Jesus der Schöpfer lebendig geworden sei, und hätten den Kreis der Jünger verlassen. Auf Jesu Frage, ob auch die Apostel gehen wollten, habe Petrus geantwortet: „Zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.“ Obwohl sie Alternativen zur Botschaft Jesu kannten, seien sie bei ihm geblieben.

 

 

Auch heute gehe es darum, tiefer zu begreifen, was für den Glauben spricht; um diesen Glauben zu ringen und ihn besonders den jungen Menschen in ihrem Alltag begreifbar zu machen, so Ackermann. Wie schon bei den Jüngern stehe vor dem Begreifen aber, dass man sich selber ergreifen lasse. „Erkennbar sein; zeigen, wovon man ergriffen ist; und Gründe dafür angeben können“ - das sind nach Worten von Bischof Ackermann Herausforderungen, vor denen besonders Religionslehrerinnen und -lehrer stehen. „Der Glaube will Menschen auf die Füße helfen, dass sie gut und aufrecht in Würde durch das Leben gehen können“, so der Bischof. Den neu Beauftragten wünschte er, dass sie sich ergreifen lassen von der Botschaft Jesu, und ihren Schülern diese Botschaft begreifbar machen können.

Religionsunterricht als reizvolle Aufgabe

Eine Aufgabe, die Raphael Andre, Lehrer an der Berufsschule (BBS EHS) Trier, bereits für sich als sehr reizvoll entdeckt hat. Zunehmend sei es wichtig, gerade im Religionsunterricht „das zu vermitteln, was im Alltag vielleicht auf der Strecke bleibt“, sagte der Pädagoge. Ethische Fragen etwa nach Herkunft von Fleisch und Nachhaltigkeit im Unterricht der Fleischer und Bäcker oder Fragen der Gestaltung von Festen im Kindergarten – solche Themen, über die Schüler etwa im Fach Religionspädagogik viel diskutieren und unterschiedliche Sichtweisen auch mit muslimischen Mitschülern austauschen, gehören zum Alltag des Lehrers und heben für ihn die Bedeutung des Religionsunterricht hervor.

Runa Theis, Grundschullehrerin an der Kirchberg-Schule im saarländischen Schwalbach, und Angelique Schmidt, als Religionslehrerin in Rhens im Einsatz, erinnern sich positiv an religiöse Prägungen in der Jugend. „Spielerisch Zugänge zu tieferen Fragen des Lebens zu vermitteln“ ist für Schmidt eine besondere Möglichkeit im Religionsunterricht. Und Runa Theis möchte als Lehrerin „Oasen der positiven Erinnerung, Lichtmomente schaffen, aus denen die Kinder in ihrem späteren Leben in Krisen und schwierigen Situationen Kraft und Trost schöpfen können.“

Botschaft des Glaubens in den Alltag integrieren

Werte zu vermitteln und über den Sinn des Lebens nachzudenken: Das sind für Anja Werner, Mentorin in Koblenz für Studierende der katholischen Religion, wesentliche Herausforderungen an Religionslehrerinnen und -lehrer. Gerade bei „Relevanzerfahrungen“, wie einem Todesfall in der Familie, tauchten Fragen auf, an denen es besonders mit Kindern dranzubleiben gelte. Der Religionsunterricht biete gute Möglichkeiten des Austauschs und der intensiven Auseinandersetzung. Erfreulich sei für sie die Beobachtung, dass junge Menschen sehr reflektiert und christlicher Glaube in ihrem Alltag präsent sei. „Wir sind keine Atheisten im Alltag“, betonte Werner.

Kirchlicher Sendungsauftrag für 24 Religionslehrer im Erzbistum Hamburg

 

 

Auch im Erzbistum Hamburg haben 24 Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Mai die kirchliche Erlaubnis für die Erteilung des katholischen Religionsunterrichts erhalten. Im Rahmen einer Eucharistiefeier überreichte Weihbischof Horst Eberlein die Urkunden an die Lehrkräfte aus Mecklenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg. „Ich habe erfahren, dass ich bei den Schülern und bei mir Räume erschließen kann“, erinnerte sich Eberlein an Zeiten, in denen er selbst als Pfarrer – zuletzt im Jahr 2000 in Rostock – Religion unterrichtet hat. „Wir sind nie chancenlos“, war und ist eine Erkenntnis, die er dabei erfahren habe. Er ermunterte die Lehrerinnen und Lehrer, „den Schatz des Glaubens in jedem einzelnen zu entdecken.“

Text und Bilder: Pressestelle Bistum Trier / EB HH/M. Greve

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