Im Kino: Maria Magdalena

(Quelle: Universal Pictures)
Nachrichten - 13.03.2018

Sie ist eine biblische Figur mit Sünderinnen-Image: Über die Biografie von Maria Magdalena ist nicht viel bekannt. Stattdessen ranken sich zahlreiche Geschichten und Spekulationen über die Zeugin Jesu. Im gleichnamigen Kinofilm steht Maria Magdalena nun im Mittelpunkt. Kinostart ist der 15. März. Passend zum Film gibt es kostenloses Unterrichtsmaterial der „Stiftung Lesen“, geeignet ab Klasse sieben.

Auch wenn sich der neue Kinofilm von Regisseur Garth Davis formalästhetisch eher auf konventionellen Pfaden bewegt, wie Peter Hasenberg vom Referat Film und medienpolitische Grundsatzfragen im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sagt, gelinge es, die bekannte Geschichte mit neuen Akzentsetzungen zu erzählen. „Die Geschichte Maria Magdalenas wird als eine Berufungsgeschichte erzählt. Sie spürt eine innere Unruhe und ist sich bewusst, dass es nicht ihre Bestimmung im Leben ist, eine Familie zu haben, was zu Konflikten mit dem Vater und dem Bruder führt“, erklärt Hasenberg. Die Begegnung mit Jesus führt sie auf den Weg, der ihr bestimmt ist, nämlich die erste Zeugin zu sein. „Die thematische Klammer bildet die Frage: was bedeutet eigentlich das Reich Gottes? Bezug genommen wird am Anfang und Ende auf das Senfkorn-Gleichnis“, so der Filmexperte.

Auch Judas wird neu interpretiert

Und noch eine biblische Figur erfährt in dem Kinofilm eine interessante Neuinterpretation: Judas. „Er ist alles andere als ein Bösewicht, sondern ein Mann, der seine Familie verloren hat und sich erhofft, dass die Ankunft des Reiches Gottes ihn mit Frau und Tochter wiedervereint“, erklärt Hasenberg. Es gibt in dem Film auch starke Reden – etwa wenn Maria Magdalena am Ende den Aposteln erklärt, dass das Reich Gottes im Herzen eines jeden Menschen seinen Ursprung hat. Vor allem aber sei der Film dadurch stark, dass er die Botschaft nicht rein verbal vermittelt, sondern stark auf nicht-sprachliche Kommunikation über Blicke und Berührungen setzt, findet der DBK-Referent.

Weitere Informationen auf filmdienst.de

Eine ausführliche Filmkritik zu „Maria Magdalena“ von Peter Hasenberg und den Trailer finden Sie auf dem Internetportal filmdienst.de.

Unterrichtsmaterial zum Film

Die Auseinandersetzung mit dem Film und der Hauptfigur Maria Magdalena bietet viele Anknüpfungspunkte für den Religionsunterricht. Die „Stiftung Lesen“ dazu Hintergründe und Arbeitsblätter zur Verfügung. Das Material eignet sich für den Einsatz in den Fächern Religion, Deutsch und Ethik ab Klassenstufe sieben.

Die 16-seitige Broschüre ist aktuell als Begleitmaterial zum Kinofilm produziert worden und steht zum kostenfreien Download bereit. Darin enthalten sind zum einen Themen, die sich direkt auf den Film beziehen: Inhaltsangabe, zeitgeschichtliche Hintergründe und Impulse zum Film. Besonders beleuchtet wird die Rolle Maria Magdalenas als Frau und ihre Wirkung auf ihre Mitmenschen sowie ihre Rolle als Zeugin Jesu und seiner Botschaft. Zum anderen gibt es auch Materialien, die sich vor dem Hintergrund des neuen Kinofilms mit dem Traum von einer gerechten Welt und der Frage nach dem Reich Gottes beschäftigen. Zu allen Themen werden konkrete Arbeitsaufträge angeboten. Literatur-, Medien- und Linktipps runden das Angebot ab.

Unterrichtsmaterial zum Kinofilm Maria Magdalena

(mam)

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