Literatur und Theologie

Buchvorstellung - 29.04.2009

Georg Langenhorst
Theologie und Literatur
Ein Handbuch

Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2005
271 Seiten
ISBN 3-534-17257-4

Unter den Veröffentlichungen zum Thema „Theologie und Literatur“ bildet das vorliegende Handbuch einen Markstein insofern, als der Autor die bisherige Geschichte dieses interdisziplinären Forschungsbereichs erstmals systematisch aufbereitet, wissenschaftstheoretisch einen Paradigmenwechsel vollzieht und Perspektiven für die weitere Forschungsarbeit entwirft.

In einem ersten Teil untersucht Langenhorst, wie sich das Verhältnis von Literaturwissenschaft und Theologie im vergangenen Jahrhundert entwickelt hat. Ausgehend von den grundlegenden Untersuchungen Erich Auerbachs („Mimesis“) und Albrecht Schönes („Säkularisation als sprachbildende Kraft“) werden klassische Positionen evangelischer und katholischer Theologen – u.a. Paul Tillich, Hans Eckehard Bahr, Romano Guardini und Hans Urs von Balthasar – vorgestellt. Auf dieser Grundlage diskutiert der Autor den Begriff „christliche Dichtung“, um ihn als Deutungsraster für gegenwärtige Dichtung als ungeeignet zu verwerfen. Unter dem Stichwort „Das Dialogparadigma der 70er Jahre“ stellt Langenhorst den literarischen Aufbruch in der Religionsdidaktik und die grundlegenden Studien von Dorothee Sölle, Egbert Mieth und Karl-Josef Kuschel vor, die als Germanisten und Theologen hermeneutisch reflektierte Entwürfe zum Verhältnis von Literatur und Theologie vorlegen, in denen sie die Autonomie und den ästhetischen Selbstwert der Literatur uneingeschränkt achten und sich theologischer Vereinnahmung enthalten.

Der zweite Teil der Untersuchung enthält thematisch-systematische Überblicke. Darin werden zunächst Forschungen zu alt- und neutestamentlichen Büchern, Stoffen und Figuren vorgestellt und in umgekehrter Perspektive die Bibelrezeption einzelner Schriftsteller und Schriftstellerinnen, wie z. B. Heinrich Heine, Else Lasker-Schüler, Rainer Maria Rilke, Thomas Mann, Nelly Sachs, Bertolt Brecht, Heinrich Böll, Erich Fried und Ingeborg Bachmann. Wie Literatur in den einzelnen theologischen Disziplinen – Dogmatik/Fundamentaltheologie, Ethik/Moraltheologie, Historische Theologie und in der Praktischen Theologie rezipiert wurde, ist Thema des zweiten Durchgangs innerhalb des systematischen Überblicks.

Der dritte Teil des Handbuchs gibt unter der Überschrift „Ausblick: Abschied vom Dialog-Paradigma“ dem Autor Gelegenheit, Bilanz zu ziehen, seinen eigenen Standort wissenschaftstheoretisch zu profilieren und Perspektiven für die weitere Forschung zu benennen. Das für den Theologen zunächst ernüchternde Ergebnis lautet: Das Verhältnis von Theologie und Literatur ist auch im weitesten Sinne nicht als „Dialog“ zu definieren, einfach deshalb nicht, weil den Theologie auf Seiten der Literatur und der Literaturwissenschaft der Dialogpartner fehlt. Deshalb das eindeutige “Plädoyer sich von der Vorstellung eines ´Dialogs von Literatur und Theologie´ zu verabschieden“. Aus diesem Grund konstatiert Langenhorst zu Recht, dass die Berücksichtigung literarischer Texte der theologischen Selbstvergewisserung dient, Literaturtheologie infolgedessen als eigene theologische Disziplin zu etablieren sei und nur in diesem Rahmen, frei von Fremdansprüchen, die eigene wissenschaftliche Anschlussfähigkeit suchen müsse. Trotz dieser Selbstbescheidung sieht er in der Literaturtheologie „Gewinnchancen“ für Theologie und Literatur, z.B. hinsichtlich der „Sprachsensibilisierung“, der „Erfahrungserweiterung“, der “Wirklichkeitserschließung“ und der „Möglichkeitsandeutung“.

Langenhorsts Handbuch besticht durch den souveränen Überblick über die Forschungsgeschichte, das hochentwickelte hermeneutische Bewusstsein und die analytische Fähigkeit, Entwicklungen sachgenau und kritisch darzustellen. Es ist unentbehrlich für Wissenschaftler, die auf der Schnittstelle von Theologie und Literatur arbeiten. Nützliche Dienste kann es dem Religionspädagogen leisten, der über didaktisch aufbereitete Texte hinaus nach geschichtlicher und hermeneutischer Vertiefung sucht.

Rüdiger Kaldewey

Quelle: Informationen für Religionslehrerinnen und Religionslehrer Bistum Limburg 35 (2006), Heft 1, S. 43.
 

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