Rechte: ARD
Ich bin doch kein Mörder
Fernsehtipp zum Thema Schuld - 09.09.2010

Ich bin doch kein Mörder – die Folgen eines Autounfalls. Reportage von Jule Sommer und Udo Kilimann in der Reihe "Gott und die Welt" der ARD.

Willy, 21 Jahre, trägt eine schwere Bürde: Er verursacht einen Autounfall, bei dem sein bester Freund auf dem Beifahrersitz stirbt. Willy überlebt schwer verletzt. Das Amtsgericht befindet: schuldig der fahrlässigen Tötung. Seit dieser Zeit empfindet er sein Leben als zerstört. Willy bricht mehrere Ausbildungen ab, seine Beziehung geht kaputt, er kann fast nur noch an den Unfall denken, Tag für Tag, monatelang, jahrelang. „Ich war wie gelähmt, in einem Vakuum, ich wollte nur noch alleine sein“, sagt er. Und immer wieder das Grübeln: Was habe ich getan? Warum darf ich leben, warum musste der andere sterben?

 

Nach mehreren Therapien lernt Willy jetzt ganz langsam mit der Schuld zu leben. Sein Alltag soll nicht mehr ausschließlich von dem schrecklichen Unfall bestimmt werden. Aber immer wieder taucht die Frage auf, was er sich eigentlich erlauben darf: einen Job, Fußball, Freunde, vielleicht sogar so etwas wie Glück? Willy geht noch einmal zu den Orten des Schreckens. Mit dem Filmteam besucht er das Krankenhaus und die Intensivstation, wo er die ersten Tage nach dem Unfall verbrachte. Er trifft den Arzt, der ihn behandelte, und immer begleiten ihn Gefühle der Schuld und der Angst. Besonders schwer fällt ihm der Gang an die Unfallstelle – dahin, wo alles so plötzlich endete, das Leben seines Freundes und eigentlich auch sein Leben. Noch ist der Neuanfang zerbrechlich: Willy sucht nach dem Sinn, den sein eigenes Überleben haben soll. Behutsam tastet er sich zurück ins Leben. (Redaktion Johanna Holzhauer)

Das Erste, 12.09.2010, 17.30 - 18.00 Uhr (Sendereihe)

(UN)

(Quelle: ARD)

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