Banker‘s Blues
Start der Reihe "Die zehn Gebote" des Hessischen Rundfunks - 09.10.2009

"Banker‘s Blues" - Sa., 10. Oktober, 16.30 Uhr

Das Erste Gebot
Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
Ein Film von Ilyas Meç

Erst kommt die Karriere, dann kommt lange nichts. Nach diesem Motto führt Rudolf Wötzel als Investmentbanker ein Leben auf der Überholspur. In Spitzenzeiten verdient er bis zu einer Million Euro im Jahr. Doch es ist ein Killerjob, bei dem nur der voran kommt, der ausschließlich die Karriere im Blick hat: bis zu 20 Stunden am Tag, 15 Flugreisen pro Woche und ein Milliarden-Deal nach dem anderen. Emotionen sind nicht gefragt, längere Beziehungen oder gar Familienplanung ein Hindernis.

Auf dem Zenit seiner Karriere packen Rudolf Wötzel Skrupel. Er kommt sich vor, wie jemand, der seine Seele verkauft hat, und will nur noch raus. Für seine Kollegen überraschend hängt er im Frühjahr 2007 seinen hoch dotierten Job bei Lehman Brothers an den Nagel und beginnt eine Pilgerfahrt über die Alpen. Eine Reise, von der er nicht weiß, wohin sie ihn führen wird. Er lernt unterwegs, sich an kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen: Gelenke, die irgendwann nicht mehr weh tun, der Wind, der ihm ins Gesicht bläst, und ein warmer Schlafsaal, den sich der Investmentbanker mit zehn anderen Wanderern teilen muss. Am Ende steht für Rudolf Wötzel fest, zurück in die Bankenwelt wird er nie wieder gehen. Zurückgezogen in den Schweizer Bergen muss er lernen, seinem Leben einen neuen Sinn zu geben, jenseits von Milliarden-Deals und materiellem Wohlstand. Ein Topmanager, der gern an einem großen Rad drehte und jetzt auf der Suche ist nach dem kleinen Glück.

Mit dieser spannenden aktuellen Geschichte eines Topmanagers, der seinen Job aufkündigt und nach neuen Werten sucht, startet das hr-fernsehen die zehnteilige Fernsehreihe „Die Zehn Gebote“.


"In Gottes Namen" - Sa., 17. Oktober, 16.30 Uhr

Das Zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, Deines Gottes, nicht missbrauchen.

Ein Film von Catherina Gilles

„Du bist eine Strafe Gottes“ – dieser Satz, täglich von der Mutter eingetrichtert, hat sich bei Anna eingebrannt. Für ihre Eltern, beide fromme Christen und ihr Leben lang in freikirchlichen Gemeinden aktiv, war Züchtigung im Namen des Herrn selbstverständlicher Teil der Erziehung. Der Gott aus Annas Kindheit war ein strafender Gott, die Eltern waren seine Werkzeuge. Jahrelang musste Anna (Name geändert) die tätliche Gewalt und den Missbrauch durch ihren Vater ertragen. Sich jemandem anvertrauen konnte Anna damals nicht, denn ihre Eltern galten überall als besonders fromme Christen- keiner hätte dem kleinen Mädchen geglaubt. Erst durch jahrelange Therapie hat sie die Erlebnisse ihrer Kindheit aufarbeiten und darüber sprechen können.

Mit dieser dramatischen Geschichte einer Frau, die den brutalen Missbrauch im Namen Gottes erfahren hat, setzt der Hessische Rundfunk seine zehnteilige Fernsehreihe „Die Zehn Gebote“ fort.


"Sonntagsmelodie" - Sa., 24. Oktober, 16.30 Uhr

Das Dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.

Ein Film von Marco Giacopuzzi

Papa wohnt nicht in Frankfurt, da schläft er nur – und zählt die Tage und Stunden, bis er wieder nach Hause zu seiner Familie in Sachsen fahren kann. Seit sieben Jahren arbeitet Maik Ludat in Frankfurt als S-Bahn-Fahrer, weil es in seiner Heimat in Ostdeutschland keine Arbeit mehr für ihn gab. Seit sieben Jahren sieht er Mutter, Frau und seine zwei Töchter nur noch an Wochenenden – und auch nur dann, wenn sein Dienstplan es ihm erlaubt. Als Übergangslösung einst gedacht, wurde die Pendlerei längst zur Routine. Umso mehr freuen sich alle auf das bisschen gemeinsame Zeit, das sie zusammen verbringen dürfen, wenn der Papa zuhause ist. Doch die Erwartungen sind hoch – und in der Woche häuft sich zuhause einiges an. So wird die knappe gemeinsame Zeit immer wertvoller – aber eben auch immer anfälliger und fragiler.

Mit dieser Geschichte, die für die Lebenssituation mancher Familien steht, setzt der Hessische Rundfunk seine zehnteilige Fernsehreihe „Die Zehn Gebote“ fort.


"Die Ehre meiner Eltern" - Sa., 31. Oktober, 16.30 Uhr

Das Vierte Gebot
Du sollst Deinen Vater und Deine Mutter ehren.

Ein Film von Benedikt Fischer

Der Vater (78) ist dement und kann nicht mehr sprechen, die Mutter (72) halbseitig gelähmt und sitzt seit einer Hirnblutung vor sechs Jahren im Rollstuhl. Es sind die Eltern von Filmautor Benedikt Fischer. Sie brau-chen Hilfe, verdienen Mitgefühl – aber kann man sie „ehren“? Wie? Wo-zu? Und was heißt eigentlich „ehren“? Ist das noch zeitgemäß? Früher waren Eltern unantastbar, heute ist das anders: Die Frage, ob Eltern es verdienen, „geehrt“ zu werden, wie es einst die Bibel gefordert hat, ist kein Tabu mehr. Doch die eigenen Eltern auf den Prüfstand zu stellen, ist eine heikle Angelegenheit. Darf man das? Ist es vielleicht sogar notwendig, um die eigene Familiengeschichte und damit auch sich selber besser zu begreifen? Das 4. biblische Gebot, seine Eltern zu „ehren“, wird zum Ausgangspunkt einer biografischen Zeitreise, die Zusammenhänge spürbar werden lässt zwischen Verfall und langsamem Sterben sowie dem eigenen Erwachsenwerden .

Mit dieser Geschichte über die „Ehre der Eltern“ setzt der Hessische Rundfunk seine zehnteilige Fernsehreihe „Die Zehn Gebote“ fort.


"Lizenz zum Töten" - Sa., 7. November, 16.30 Uhr

Das Fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.

Ein Film von Catherina Gilles

Einen Menschen töten, um andere Menschen zu retten – damit muss Winrich Granitzka als Leitender Polizeidirektor am Kölner Präsidium klarkommen. Bankraub, Entführung, Geiselnahme – seine Einsatzbefeh-le entscheiden über Leben und Tod. Ein Notruf geht ein. Der Krisenstab kommt zusammen. Winrich Granitzka hat zu entscheiden, als bei der letzten großen Geiselnahme in seinem Revier drei unschuldige Men-schen in der Sicherheitsschleuse der Aachener Landeszentralbank fest-gehalten werden. 50 Stunden, in denen alle Beteiligten um ihr Leben bangen. „Du sollst nicht töten“ – dieses biblische Gebot hat Winrich Granitzka als gläubiger Katholik stets vor Augen. Doch wie immer sein Befehl in der letzten, der entscheidenden Nacht lautet: Dies kann den Tod eines oder sogar mehrerer Menschen bedeuten. Wenn er aber nichts tut, riskiert er in jedem Fall das Leben der unschuldigen Opfer. Gibt es einen verantwortbaren Ausweg? Gibt es das Recht, gar die Pflicht zu töten, um andere Leben zu retten?

Mit dieser dramatischen Geschichte um Leben und Tod setzt der Hessi-sche Rundfunk seine zehnteilige Fernsehreihe „Die Zehn Gebote“ fort.


"Fremdgänger" - Sa., 14. November, 16.30 Uhr

Das Sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.

Ein Film von Catherina Gilles

Sie waren zu viert. Vier Söhne einer Pastorenfamilie. Eine glückliche Familie – wie es schien. Doch im Ort wussten oder ahnten viele: Ihr Va-ter, der Pastor der Kirchengemeinde, geht fremd. Diese Erfahrung hat im Leben der Söhne Spuren hinterlassen. Noch heute ringen sie, jeder auf seine Weise, um gelingende Beziehungen und um ein neues Leben in eigenen Familien. „Du sollst nicht ehebrechen“, heißt es in der Bibel. Was aber, wenn der Pfarrer höchstpersönlich den Ehebruch vorlebt? Was bedeutet dies für die Kinder, für ihre Kindheit und ihre Fähigkeit, später einmal selbst gelingende Beziehungen zu leben? Marc und Mar-tin, zwei der inzwischen erwachsenen Söhne der Pastorenfamilie, erzählen, was der Ehebruch im Elternhaus aus ihrem Leben gemacht hat und wie sie heute versuchen, neu anzufangen. War es das Fremdgehen, das sie verletzte, oder war es das Fehlen verbindlicher Beziehungen, das ihre Kindheit durchzog? Vor der Kamera tauschen sich die Brüder zum ersten Mal darüber aus.

Mit dieser Familiengeschichte um Treue, Liebe und die schwere Last der Vergangenheit setzt der Hessische Rundfunk seine zehnteilige Fernsehreihe „Die Zehn Gebote“ fort.


"Gestohlene Jahre" - Sa., 21. November, 16.30 Uhr

Das Siebte Gebot
Du sollst nicht stehlen.

Ein Film von Dorothee Kaden

Während ihre Freundinnen zur Schule gingen oder eine Ausbildung machten, musste sich Hülya verstecken. Während die Freundinnen ihr erstes Liebesglück und den ersten Liebeskummer erlebten, lebte sie in der Angst, entdeckt und abgeschoben zu werden. Seit sie zu einer „Ille-galen“ wurde, lebte Hülya versteckt bei Verwandten. Vier Jahre lang, mal hier, mal dort, nie länger als ein paar Wochen am selben Ort. Keine Freunde, keine Schule, keine Kontakte in die Außenwelt. Keine Freunde, bei denen sie sich melden und die Sorgen teilen kann. Hülya traute sich kaum vor die Haustür, saß allein zu Hause und wartete, dass der Alp-traum endlich endet. Sie war gerade 14 Jahre alt, als ihre kurdische Fa-milie, nachdem sie 10 Jahre in Deutschland gelebt hatten, keine Duldung mehr bekam und in die Türkei abgeschoben werden sollte. Für Hülya damals wie heute unvorstellbar. Die Türkei kannte sie nur aus dem Fernsehen oder aus Urlaubserzählungen. Ihre Eltern hofften, dass es irgendwie doch noch eine Chance für sie in Deutschland geben könn-te, und tauchten unter. Dahinter stand bei ihnen die Hoffnung, dass ihre Tochter in Deutschland eine Ausbildung machen und ein selbst be-stimmtes Leben führen kann. Nach Jahren in der Illegalität hat nun eine hessische Kirchengemeinde für die kurdische Familie eine Petition ein-gereicht. Seitdem ist Hülya zumindest vorübergehend geduldet, darf wieder zur Schule gehen. Doch das Zittern geht weiter, denn es gibt we-nig Hoffnung, dass die Petition einen dauerhaften Aufenthalt für Hülya und ihre Familie bewirkt.

Mit dieser Geschichte eines Mädchens, dem so wichtige Jahre seines Lebens gestohlen wurden, setzt der Hessische Rundfunk seine zehnteilige Fernsehreihe „Die Zehn Gebote“ fort.


"Geliebte Lüge" - Sa., 28. November, 16.30 Uhr

Das Achte Gebot
Du sollst nicht falsches Zeugnis reden wider Deinen Nächsten.

Ein Film von Marco Giacopuzzi

Es war eine Hochzeit wie im Bilderbuch. Kein Wölkchen trübte an jenem Tag den Himmel, als Horst und Elli in einer romantischen Kirche mitten in den Weinbergen an der Mosel heirateten. Nur ein Gedanke plagte den Bräutigam – und das nicht erst seit diesem Tag; doch mit nieman-dem konnte Horst darüber reden: „Lieber Gott, lass mich bitte nicht schwul sein!“ So hatte er schon am Grab seines Vaters gebetet. Denn seit Horst 14 Jahre alt war, kamen sie immer wieder hoch: die Gedanken an Jungs und der Wunsch, mit ihnen Sex zu haben. Doch was nach seiner katholischen Erziehung nicht sein durfte, hat Horst schlicht versucht zu verdrängen. Und schließlich liebte er auch seine ihm nun angetraute Ehefrau Elli. Zusammen brachten sie vier Kinder zur Welt. Eine harmonische Ehe nach innen und nach außen - bis Horst eines Tages seiner Frau gestand, dass er eigentlich schwul ist.

Mit dieser Geschichte von Liebe und Lüge, von Moral und Sehnsucht setzt der Hessische Rundfunk seine zehnteilige Fernsehreihe „Die Zehn Gebote“ fort.


"Haus der Begierde" - Sa., 5. Dezember, 16.30 Uhr

Das Neunte Gebot
Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Haus.

Ein Film von Dorothee Kaden

Das Haus ist bescheiden und eher unscheinbar, weder besonders groß noch wertvoll. Und doch so begehrenswert, dass der 89-jährige Erwin Rothmeier seit 20 Jahren all seine Zeit, Kraft und viel Geld einsetzt, um wieder in den Besitz dieses Hauses zu kommen. Nach der „Wende“ glaubte er, der seit den 50er Jahren im Westen lebte, das wäre kein Problem. Schließlich hatte er es ja ganz offiziell und mit Eintrag ins Grundbuch von seiner Mutter geerbt. Doch da steht heute ein anderer Eigentümer eingetragen. Bernd Buchwaldt und seine Familie kauften das Haus, nachdem der sozialistische Staat die Vorbesitzer kurzerhand enteignet hatte. Ungerecht und ungesetzlich findet das der Alteigentü-mer Erwin Rothmeier. Doch damit nicht genug, er bezweifelt, dass der Kauf überhaupt legal zustande kam. Seit Jahren wühlt er sich mit eini-gen Leidensgenossen durch Akten, Grundbücher, Gesetzestexte und findet immer neue Indizien, dass hier im großen Stil nach der „Wende“ gefälscht und manipuliert worden sei, um die Alteigentümer um ihren Besitz zu bringen. Der jetzige Hausherr weist diese Anschuldigungen weit von sich, und auch die Gerichte haben bisher gegen Erwin Rothmeier entschieden. Doch der nächste Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens ist bereits in Arbeit. Denn schließlich, so rechtfertigt sich der alte Herr, gehe es hier nicht nur um Besitz, sondern um Gerechtigkeit.

Mit dieser Geschichte um ein unscheinbares Haus, das zum Objekt der Begierde wurde, setzt der Hessische Rundfunk seine zehnteilige Fern-sehreihe „Die Zehn Gebote“ fort.


"Schwesternliebe" - Sa., 12. Dezember, 16.30 Uhr

Das Zehnte Gebot
"Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzem Herzen ... Das ist das größte und erste Gebot. Das zweite ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie Dich selbst."

Ein Film von Marco Giacopuzzi

Grit und Sylke sind Zwillinge: Wenn die eine Bauchschmerzen hat, spürt die andere das meist schon vorher. Unzertrennlich sind sie. Noch heute schlafen die beiden 40-jährigen im selben Bett und wollen das auch nicht ändern. Die beiden sind zwar zweieiige Zwillinge, fühlen sich aber wie eineiige. Zwillingsein ist für Grit und Sylke etwas ganz Besonderes, auch wenn sie sich gar nicht so ähnlich sehen. Da findet die eine schon mal, dass die andere viel hübscher ist. Rivalinnen waren sie deswegen nie. Doch die Stimmung wird schlechter, wenn es um Männer geht. Lange Haare und 3-Tage-Bart: Ihre Traummänner gucken sich Grit und Sylke im Fernsehen an. Das gibt wenigstens keinen Streit. Denn den wollen die beiden am allerwenigsten – in ihrer Zweisamkeit. Immer haben sie sich in denselben Kerl verliebt und fürchteten am Ende viel mehr um den Verlust der geliebten Schwester. Denn ein Leben ohne Zwillingsschwester können sich die beiden nicht vorstellen.

Für den abschließenden Film der Reihe hat sich die „Horizonte“-Redaktion von der alttestamentarischen Überlieferung gelöst und stellt das „jesuanische Liebesgebot“ in den Mittelpunkt.


 


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