Wirkungsgeschichte der Bibel
Bibel - Tradition - 02.03.2010

Joachim Kügler
Hände weg!?
Warum man die Bibel nicht lesen sollte ... und warum doch

Würzburg : Echter. 2008
134 Seiten
€ 9,90
ISBN 978-3-429-03025-4

Es ist eine ungewöhnliche Art der Einführung in die Bibel, vor ihrem Gebrauch zu warnen. Der Bamberger Neutestamentler Kügler macht deutlich, dass er als Bibelwissenschaftler sich natürlich wünscht, dass viele Menschen die Bibel lesen. Seine Warnung ist jedoch mehr als ein Gag oder ein billiger Aufmacher, sondern durchaus ernst gemeint. Es reicht ein kurzer Verweis auf die fatale Wirkungsgeschichte der Bibel als Instrument zur Rechtfertigung von Gewalt und Unterdrückung gegen Andersgläubige, Frauen oder Arme.

Handelt es sich dabei nur um einen Missbrauch der Bibel oder ermöglichen biblische Texte solche Deutungen, die der christlichen Botschaft zutiefst widersprechen? Hier setzt Kügler an. Nach einer Einführung in die Besonderheit der Bibel als Buch aus Büchern behandelt er auf eine erfrischende und leicht zu lesende Weise die wichtigsten Problemfelder der Bibellektüre. Durch das Ernstnehmen der kritischen Anfragen vieler Menschen möchte er ihnen aufzeigen, „wie Menschen von heute es trotzdem mit diesem – im besten Sinne – eigenartigen Buch versuchen können und was dabei zu gewinnen ist.“ (S. 12) Er ermutigt zu einem Lesen, das nicht nur dem Text gegenüber kritisch ist, sondern auch den eigenen Vorurteilen misstraut. Dies ist besonders wichtig für ein religiös motiviertes Bibellesen, zu dem Kügler mit seinem empfehlenswerten Buch ermutigen will.

Ralf Huning

Quelle: Katholisches Bibelwerk e.V. Stuttgart, Biblische Bücherschau 12/2009
 


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